“Carlo Cokxxx Nutten”: Bushido gewinnt Battle gegen Fler
Der "CNN"-Prozess ist zu Ende gegangen und Fler zog den Kürzeren. Der Deutsch-Rapper will gegen seinen ehemaligen Freund Bushido in Revision gehen. Doch warum ging es überhaupt?
Der "CNN"-Prozess ist zu Ende gegangen und Fler zog den Kürzeren. Der Deutsch-Rapper will gegen seinen ehemaligen Freund Bushido in Revision gehen. Doch warum ging es überhaupt?
Zu Beginn ihrer Karrieren knüpften Fler und Bushido eine Freundschaft, machten zusammen Musik und standen auf einer Bühne. Heute sind sie verfeindet, dissen den jeweils anderen und zwingen ihren Kontrahenten vor Gericht in die Knie. Doch warum wurde aus Freundschaft Hass und wie kam es dazu?
Die beiden in Berlin ansässigen Rapper befreundeten sich Anfang der 2000er Jahre und hingen in der Berliner Sprayer-Szene ab. Kurz darauf startete Anis Mohamed Youssef Ferchichi unter dem Alter Ego Bushido durch und ging zum Plattenlabel “Aggro Berlin”, wo er mit Sido zusammenarbeitete. Patrick Losenský, besser bekannt als Fler, brach daraufhin seine Lehre als Maler und Lackierer ab, schnappte sich ein Mikrofon und startete ebenfalls als Rapper durch. An der Seite von Bushido, welcher mittlerweile die deutschen Charts im Sturm eroberte, konnte der Newcomer erste Erfolge verzeichnen. Im Jahr 2002 erschien ihr Kollabo-Album “Carlo Cokxxx Nutten”, ein Jahr später erschien die gemeinsame Single “Vom Bordstein bis zur Skyline" und sicherte Fler einen Vertrag bei Aggro Berlin.
In 2004 änderte sich alles: Bushido verließ Aggro Berlin und gründete sein eigenes Label Ersguterjunge, woraufhin Fler ihm Vorwürfe machte. Ein Jahr später droppte Bushido das Album “Carlo Cokxxx Nutten II” - ohne seinen Kollaborationspartner. Statt mit Fler Beats und Bars zu spitten, tauschte der EGJ-Chef seinen Freund mit Baba Saad und erreichte Platz 3 der deutschen Charts.
In den darauffolgenden Jahren kam es zu diversen Diss-Tracks, bevor Fler Aggro Berlin verließ und bei Bushidos Ersguterjunge untergekommen war. In 2011 gründete der Rapper sein eigenes Label Maskulin. Drei Jahre später kam es via Twitter, mittlerweile X, zu diversen Auseinandersetzungen. Fler drohte Bushido mit Gewalt, schlug einen direkten Kampf vor und erklärte: “Ich will mit so einem Dreck wie dir nichts zu tun haben.”
Wir schreiben das Jahr 2023: Diverse Diss-Tracks, öffentliche Beschimpfungen und Beiträge später hat Bushido mit einem Team von Anwälten reagiert. Scheinbar soll ihm Fler noch immer Geld schulden, eine Vermögensauskunft wurde beantragt. Der Berliner Rapper reagierte nicht, woraufhin es in einem gerichtlichen Dokument laut Tagesspiegel heißt: “Auf Antrag des Gläubigers (Bushido) wird gegen den Schuldner (Fler) (...) die Haft angeordnet, um die Abgabe einer Vermögensauskunft (...) zu erzwingen, weil der Schuldner in dem zur Abgabe der Vermögensauskunft bestimmten Termin am 09.05.2023 (...) trotz ordnungsgemäßer Ladung ohne ausreichende Entschuldigung nicht erschienen ist.”
Im November 2023 reichte Bushido Klage ein, der Fall, der sich um ihr Kollaborationsalbum “Carlo Cokxxx Nutten" dreht, landete vor dem Landesgericht in München. Der Ersguterjunge-Boss fordert seinen ehemaligen Freund auf, “CCN”-Merchandise sowie eine Fanbox mit einer Doppel-CD und einer Lederjacke zu vernichten. Fler hatte zuvor eine eigene CD namens “Cancel Culture Nightmare” präsentiert und das Kürzel “CCN” benutzt. Das Problem? Bushido besitzt seit 2007 die alleinigen Markenrechte an “CCN” und verklagte seinen ehemaligen Kollegen. Der Streitwert liegt bei 125.000 Euro und Fler sah sich gezwungen, eine seiner Wohnungen zu verkaufen … Der neue Eigentümer? Bushido.
Im April 2025 kam es zum Urteil und Fler zog den Kürzeren: Bushido siegte im “CNN”-Fall vor Gericht, doch der Berliner wolle Rechtsmittel einlegen.
“Keine Sorge! Mein Anwalt ist hundertmal mehr Gangster als Busnitch [Bushido]. Wir gehen in Berufung”, kündigte Fler an und fügte hinzu: “Auf der Straße haben wir trotzdem das Patent!!”
Via X ging Fler noch einen Schritt weiter und schrieb: “Das LG München hat heute entschieden, dass ich nicht das Zeichen Carlo Cokxxx Nutten im Rahmen einer Box verwenden durfte. Ein Schadensersatzbetrag in Höhe von 137.000 EUR wurde entgegen dem bereits veröffentlichten Beitrag heute nicht vom Gericht festgesetzt. Der Bericht ist insoweit falsch. [sic]”
Wie die Sache am Ende wohl ausgehen wird?