So geht Lena Meyer-Landrut mit Hass im Netz um
Statt sich von Hasskommentaren unterbuttern zu lassen, hat Lena einen Weg gefunden, mit der Missgunst im Netz umzugehen.
Statt sich von Hasskommentaren unterbuttern zu lassen, hat Lena einen Weg gefunden, mit der Missgunst im Netz umzugehen.
Lena Meyer-Landrut hat seit ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest 2010 im Jahr 2010 keine längere Auszeit einlegen können. Die "Satellite"-Sängerin lebte aus dem Koffer, gab Konzerte an paradiesischen Orten auf der ganzen Welt und nahm ein Studioalbum nach dem anderen auf. Doch neben all dem Stress im Business kam auch der Druck im Netz hinzu: Sie nahm sich mehrfach Auszeiten von Instagram und Co. und zog am Ende die Reißleine.
Aus dem Krankenhaus meldete sich die Sängerin bei ihren Fans zu Wort und fügte hinzu, dass sie unter starken Krämpfen leide.
"Es bricht mir das Herz, und ich wünschte, dass ich das hier gerade nicht aufnehmen müsste. Wie ihr schon gesehen habt, [...] muss ich auch die restlichen Shows aus gesundheitlichen Gründen in diesem Jahr absagen. Ich wollte wenigstens eine Sprachnachricht machen, damit ihr nicht nur einen unpersönlichen Text bekommt, sondern auch noch ein paar Worte von mir", sagte Lena unter anderem via Instagram und fügte hinzu: "Am Sonntag bin ich jetzt zum dritten Mal kurz vor der Show mit heftigen Schmerzkrämpfen in der Notaufnahme gelandet. Und jedes Mal erwischt es mich und meine Crew und natürlich auch euch Fans total unerwartet, und jedes Mal ist es ein Schock, der für absolut niemanden schön ist."
Und die "kurze Pause"? Genau diese dauert mittlerweile fast zwei Jahre. Zwei Jahre, in denen sich Lena Meyer-Landrut weder bei ihren Fans auf Instagram noch in einem Interview zu Wort gemeldet hat. Stattdessen scrollt sie von zu Hause aus durchs Netz und hinterlässt rote Herzen unter den Posts ihrer Freunde und Familie.
Und der letzte Beitrag von ihr auf Instagram? Der wurde am 20. Juli 2024 veröffentlicht und wird fast täglich von Fans mit liebevollen Worten kommentiert.
Seit der Konzertabsage hat sich Lena aus dem Netz zurückgezogen, soll sich Anfang Mai 2026 in einem Resort in Österreich aufhalten und sich um ihre mentale Gesundheit kümmern. Doch wie geht eine ehemalige ESC-Siegerin mit dem ganzen Druck und Hass im Netz um? Genau diese Fragen beantwortete Lena im Gespräch mit refinery29 und erklärte, dass sie versucht, nur das Positive zu sehen.
"Überall auf der Welt zeigen sich momentan so viele negative Auswirkungen des menschlichen Umgangs, dass man nur hoffen kann, dass das eines Tages zu einer Art Overload führt und die Menschen wachrüttelt. Ich habe das Gefühl, es geht so langsam los. Die Leute erkennen, dass es nicht mehr so weitergehen kann und Veränderungen nötig sind. In meinem Umfeld machen wir uns viele Gedanken, wie man Dinge anders und besser machen kann. Der erste Schritt zur Veränderung liegt immer bei einem selbst. Durch das Internet bleibt heute nichts unkommentiert; entweder man wird gelobt oder niedergemacht. Aber wenn man nicht aktiv wird, kann sich auch nichts verbessern. Man muss einfach mutig sein und die Dinge in die Hand nehmen. Man sollte sich nicht davon beeindrucken oder abhalten lassen, was andere darüber denken. Wenn ich eine Sache gut mache, werde ich für zwanzig andere Dinge verurteilt, die ich vielleicht weniger gut hinbekomme. Das ist nun mal so. Und das wird auch so bleiben", so Lena.
Passend dazu musste die braunhaarige Schönheit in ihrer Karriere immer wieder gegen negative Schlagzeilen und Hasskommentare kämpfen. Dazu sagte sie:
"Gegenwind wird es immer geben. Egal, was ich mache – es wird immer Leute geben, die sagen: 'Oh Gott, Lena! Horrortrip, die Alte!' Man muss sich davon freimachen, das persönlich zu nehmen. Man steht in der Öffentlichkeit, diese Dinge passieren. Die neue Platte ist eine Art Selbstschutzmechanismus. Indem ich mich angreifbar mache, wachse ich. Vor ein paar Jahren gab es eine andere Art von Selbstschutzmechanismus: Ich habe mich zurückgezogen und eingeigelt, ein paar Türen und Fenster zu meinem Inneren geschlossen. Das hatte aber auch zur Folge, dass sich mein Wesen verändert hat. Und auch die Wahrnehmung meines Wesens in der Öffentlichkeit hat sich geändert. [In welcher Form, fragt ihr euch?] Weil ich jemand anders war. Ich hatte mir diese Rüstung angelegt und war nicht mehr ich selbst. Es hieß dann, ich wäre arrogant, eingebildet, unnahbar, ein abgehobener Star und tausend andere Dinge. Damals konnte ich diese Wahrnehmung nicht verstehen, im Nachhinein betrachtet aber schon. Auch daraus habe ich gelernt. Ich finde Gegenwind richtig und wichtig, wenn es sich um konstruktiven Gegenwind handelt. Beleidigungen wie 'du siehst scheiße aus' oder irgendwelche Fragen der Boulevardmedien, ob ich magersüchtig wäre, sind mir mittlerweile wirklich egal."
Doch wie geht Lena Meyer-Landrut am Ende mit all den negativen Kommentaren um, und kratzt es an ihrem Selbstwertgefühl? Die Musikerin hatte schon früh gelernt, "damit umzugehen". Der "Only Love"-Star fügte abschließend hinzu:
"Man lernt, damit umzugehen. Ich habe erkannt, dass bei diesen oberflächlichen Kommentaren nicht meine Person, sondern die Projektionsfläche angegriffen wird, die ich biete. Das hat nichts mit dem Menschen Lena zu tun. In den meisten Fällen kann ich mir diese Beleidigungen rational erklären und mich davon abschotten."